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05.03.2017

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Tour d'Energie 2012 - 100 km

Bei der sechsten Teilnahme gab es erstmals schlechtes Wetter, also nicht mindestens 20 Grad Celsius und Sonne sondern nur 12 Grad Celsius mit starkem Wind (20-30 km/h) aus Südwesten und auf der Strecke zwischen Bramwald und Dransfeld für alle Teilnehmer mit einer Fahrzeit von über 3:20 Stunden sogar Regen bis hin zu Hagel (bei 3:50 und mehr).

Wegen Kälte und Wind trugen wir entsprechend dicke Kleidung: Zwar trat ich mit kurzer Hose an, genauer, mit zwei kurzen Hosen übereinander, doch am Oberkörper lagen ein Sportunterhemd, ein Trikot, eine Regenjacke und das Firmentrikot übereinander. Bei vielen Teilnehmern sah man lange Radhosen und sogar dicke Handschuhe.

Als wir am neuen Startbereich auf dem Schützenplatz ankamen, schien zwar zeitweilig die Sonne, aber Petra fiel auf, ihre Windjacke mit der Rücken-Startnummer zuhause vergessen zu haben. Also mußten wir Fabian anrufen, zu nachtschlafender Zeit um kurz vor 10 Uhr wecken und überreden, möglichst schnell direkt ins Auto zu springen und die Windjacke nach Göttingen zu bringen. Da hat sich die Finanzierung des Führerscheins doch schon gelohnt.

Pünktlich starteten zunächst die Teilnehmer des 46-km-Rennens, dann mit ein paar Minuten Verzögerung aus Sicherheitsgründen, um Abstand zwischen den Feldern zu gewinnen, auch die Langstreckenfahrer über 99.19 Kilometer und 1177 Höhenmeter. Petra stand diesmal in Block B, weil offensichtlich die Frauen gleichmäßig auf das Feld verteilt werden sollten. Sowohl Petra als auch ihre mitfahrende Kollegin fanden diese Einteilung ganz schlecht, denn die Konsequenzen des viel schnelleren Umfeldes zeigten sich schon im ersten Viertel des Rennens.

Ich fuhr zusammen mit Heiner, Thole und Callum aus Block D los. Noch in gemäßigtem Tempo ging es am Bahnhof vorbei zum Rosdorfer Kreisel, an dem die Zeitmessung und das Rennen offiziell begannen und die Geschwindigkeit sofort nach oben kletterte. Es begann auch das psychologische Spiel, das Petra zum Verhängnis werden sollte: Das Umfeld fuhr schneller als ich, Thole zog mir schnell davon, doch den vorher festgelegten Plan hielt ich gnadenlos ein. Der Puls mußte auf den ersten 20 Kilometern unter 160 bleiben, damit nicht nach einer Stunde ein dicker Einbruch kommt. Also unterdrückte ich den Reiz, mich den vorbeifahrenden Gruppen anzuschließen, und fuhr mit meiner Geschwindigkeit (so um die 30 km/h) auf dem neuen Streckenabschnitt Richtung Friedland, den kleinen Anstieg an der Mülldeponie Deiderode vorbei bis Jühnde. In Jühnde dachte ich schon daran, wegen der Kälte einfach aus dem Rennen auszusteigen und direkt nach Hause zu fahren. Doch endlich in eine Gruppe mit gleicher Fahrgeschwindigkeit zurückgefallen fuhr ich natürlich weiter bis Meensen.

Petra dagegen geriet in echte psychische und physische Probleme. Ihr Umfeld fuhr einfach so viel schneller als sie, dass die Motivation völlig einbrach. Noch vor Jühnde hielt sie in einem kleinen Ort einfach an und machte ein paar Minuten Pause. Ein als Notarzt eingesetzter Bekannter sah sie, hielt und wollte sogar den Blutdruck messen, doch Petra brauchte nur ihre Motivationsaufbaupause und etwas Essen.

Mit der notwendigen Vorsicht rollte ich die lange und schnelle Abfahrt von Meensen nach Hann Münden hinunter und schloß mich dort einer größeren Gruppe an. Endlich mit Rückwind ausgestattet ging es relativ schnell an der Weser entlang bis Hemeln, wobei an dem Buckel auf halber Strecke wie in jedem Jahr viele Fahrer ihre Probleme hatten. Am Orteingang von Hemeln grüßte Kollege Andreas, seine Tochter klatschte auf dem Kinderwagen heraus begeistert alle Rennfahrer an.

Die ersten drei Bilder stammen etwa von Kilometer 30 am Ortseingang von Meensen und zeigen mich, Thole und Stefan. Die beiden letzten Bilder wurden am Ortseingang von Hemeln aufgenommen und zeigen mich und Heiner.

Der Bramwald sorgte bei mir für keine Schwierigkeiten. Mit konstanter Geschwindigkeit ging es an vielen anderen Teilnehmern vorbei den Berg hoch und mit kurzer Getränkeauffüllung auch gleich wieder auf der anderen Seite hinunter. Gruppen fand ich auf dem Weg bis Dransfeld keine mehr, nur viele einzelne Fahrer. Im Bereich der Barteroder Suppenfabrik fing es dann an zu regnen. Als Petra etwa 20-25 Minuten später hier vorbei kommen sollte, fuhr sie sogar durch Hagelschauer, vor dem sich ihren Angaben zufolge einige an Bushaltestellen oder Hauseingängen in Sicherheit brachten. Vermutlich sorgte diese Wetterlage für den vollsten Besenwagen, den ich in Göttingen je gesehen hatte. Zahlreiche Teilnehmer vor allem aus dem hinteren Zeitbereich mußten die Rennfahrt aufgeben.

Im unteren Bereich des hohen Hagen verließ ich das Regengebiet und sah gerade noch den Kollegen Torsten mit seiner Familie aus dem Heimweg. Kurz vor der Einfahrt in den Wald rollte ich an Thole vorbei, der sich nicht mehr an mein Hinterrad hängen konnte, und passierte gleich darauf Bernhard, der zusammen mit seiner Frau die Firmenteilnehmer anfeuerte. Dort soll auch LaVision auf die Straße gesprüht worden sein, gesehen habe ich dies aber nicht.

Ohne direkt an die Bergwertung zu denken, fuhr ich den Hohen Hagen halbwegs locker hoch und überholte vor allem im oberen Abschnitt noch einmal viele Teilnehmer, wobei ich dauernd die Straßenseite wechseln und Lücken suchen mußte.

Hinter Jühnde kam in diesem Jahr leider keine größere Gruppe zustande. Ich hielt mich kurzzeitig in einer kleineren Gruppe auf, übernahm dann die Tempoarbeit und fuhr dabei, ohne es zu merken, den anderen davon. Auf den folgenden längeren geraden Strecken Richtung Rosdorf sah ich immer wieder eine ordentliche Gruppe in 300-400 Metern Entfernung. Irgendwann fuhr ich zu zwei Leuten auf, die sich beklagten, die Gruppe wäre uneinholbar. Sie schlossen sich aber auch nicht meinem Versuch an, den Abstand zu verkleinern.

So fuhr ich also die letzten fast 8-10 Kilometer mit höchstmöglicher Geschwindigkeit, kam der Gruppe immer näher und immer wieder an einzelnen herausgefallenen Fahrern vorbei. Doch blieb der Abstand bis zum Ziel bei 100 Metern stehen. Hätten die beiden sich beteiligt, wären wir herangekommen.

In der letzten Kurve vor dem Ziel erblickte ich am Straßenrand noch Brigitte und Roswitha, dann war mein bisher schwierigstes Radrennen überstanden. Und tatsächlich schaffte es erstmals ein Team-Mitglied, schneller als ich zu fahren. Glückwunsch, Callum!

Auf Petra mußte ich noch fast eine halbe Stunde in der Kälte warten. Thole fuhr nach kurzer Unterbrechung am Ziel gleich nach Hause, Petra und ich machten uns dann auch ganz schnell und unter Mißachtung der Pasta-Party auf den Heimweg. Nur 15 Minuten nach unserer Rückkehr zog ein heftiger Regenguß auf.

Ins Ziel kamen 1908 Teilnehmer, davon 1784 Männer und 119 Frauen, über 100 km sowie 885 Teilnehmer, davon 703 Männer und 182 Frauen, über 46 km. Angemeldet hatten sich 3345 Radfahrer. Es traten also 552 Leute nicht an oder erreichten nicht das Ziel!
In der Firmenwertung belegten wir Platz 28 von 32,
die Zeit des Siegers betrug 2:36:43 Stunden.

Ich selbst belegte in der Altersklasse Männer Master 2 den Platz 524 von 685 und in der Bergwertung aller Teilnehmer den Platz 1186 von 2805.
Die mittlere Herzfrequenz betrug 156 bpm bei einem Maximum von 174 bpm,
die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 28.1 km/h mit einem Maximum von 55.2 km/h.
PlatzNameGesamtzeitBergwertung
1306Callum G.3:31:0111:45 (1198.)
1329Thorsten L.3:32:2510:36.095 (865.)
1424Thole H.3:37:1514:20 (1680.)
1546Heiner V.3:44:2512:15 (1327.)
1734Stefan S.4:12:2214:52 (1716.)

Petra fuhr mit 3:59:37 Stunden auf Platz 95 von 119 Frauen bei einer Siegerinnenzeit von 2:42:19. In der Bergwertung belegte sie mit 12:51 Minuten den Platz 59 von 122.

Unser Azubi Florian kam in 1:37:11 auf Platz 338 von 703 Teilnehmern und benötigte 10:23 Minuten (Platz 245) in der Bergwertung.