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05.03.2017

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Hamburg Cylassics 2017 - 120 km

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren jeweils mindestens vier Stunden mit dem Auto nach hamburg benötigt hatten, entschieden wir uns diesmal für die Bahn, zumal wir zu dritt mit drei Rennrädern unterwegs waren. Also ging es mit dem Metronom und einem Umstieg in Uelzen nach Hamburg, mutmaßlich viel entspannter als mit dem Auto. Nach der Ankunft konnte ich glücklicherweise gleich und noch vor 14 Uhr in mein Hotelzimmer gehen, wo wir alle Rucksäcke ablegen und ich mein Rennrad abstellen konnte. Im spitz zulaufen Ibis Hotel bekam ich diesmal das Eckzimmer, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist. Leider war es in dem Zimmer relativ laut durch die direkt unter dem rechten Fenster verlaufende Hauptverkehrsstraße und dem nach links offenen Bereich in Richtung Bahnhof. An der Spitze schienen sich Schallwellen aus beiden Richtungen zu bündeln.

Von Gepäck und Rennrädern befreit gingen wir durch die Stadt bis zum Gänsemarkt, an und hinter dem die Ausgabe von Startunterlagen und Starterbeuteln erfolgte. Ein bißchen komisch wirkte die diesjährige Akkreditierung schon, denn die Startnummern gab es inmitten einer Baustelle: Der aktuelle Hauptsponsor der Cyclassics richtet gerade seinen neuen Firmensitz ein, in deren Erdgeschoß hinter Baugerüsten und abgetrennt von der inneren Baustelle ein schmaller Streifen freigeräumt war für Teilnehmer und Helfer. Leider hatte ich davon kein Foto gemacht, aber gefunden hatte ich eines: TODO

Anschließend gingen wir in der Nähe in unserem "Stammlokal" essen: Ein gutes italienisches Restaurant in der Nähe des Gänsemarktes, dass wir nunmehr zum dritten Mal in drei Jahren aufsuchten und nach 15:30 Uhr unsere Mittagspasta bekamen. Aber wir waren nicht die einzigen Teilnehmer in dem Restaurant. Als Höhepunkt des Tages fuhren wir anschließend zur Elbphilharmonie und gelangten nach einer halben Stunde Wartezeit und nach einem kleinen Regenschauer auf die Besucherplattform. Der rundherum reichenden Balkon war von teilweise sehr gedrängt gehenden Besuchern gefüllt, die nicht nur die gute Sicht auf Hafen und Stadt bewunderten, sondern auch den doppelten Regenbogen fotografierten.


Nach einer Runde über die Rad-Messe vor dem Rathaus endete der Abend in einem weiteren Regenschauer. Wegen des frühen Startes am Sonntagmorgen blieb ich nicht mehr lang wach, mußte dann aber, wie bereits geschrieben, mit den lauten Verkehrsgeräuschen beim Einschlafen kämpfen.

Glücklicherweise gibt es im Ibis Hotel täglich ab 6:30 Uhr Frühstück, auch am Sonntag. Und bereits um 6:25 Uhr saßen diverse Rennradfahrer, teilweise bereits in ihrer vollständigen Radkleidung, im Frühstücksraum. Der Start des ersten Blocks sollte um 7:30 Uhr erfolgen. Axel und ich standen in Block G zum Start um 8:05 Uhr, während der letzte Block der 120-km-Strecke, Block O, um 8:45 Uhr losrollen sollte. Gegenüber den letzten Jahren wurde dichter gestartet, denn damals ging es für die letzten Blöcke erst um 9:15 Uhr auf die Strecke. Die Wettervorhersage für den Vormittag war ziemlich gut mit bis zu 19°C und durchgehendem Sonnenschein. Erst Mittags sollte es wieder regnen. Das Wetter hielt sich an die Vorhersage! Da das Thermometer früh morgens aber gerade einmal 14°C zeigte, waren einige Teilnehmer sogar in komplett langer Kleidung erschienen. Mir selbst reichten mehrere Lagen an Kurzarmtrikots und eine kurze Rennradhose, wobei ich auf eine Windjacke verzichtet hatte trotz des angekündigten starken Windes.

Mit ein paar Minuten Verspätung rollte unser Block G los und hinab in die Hafen-City, in der ich um 8:14 Uhr die Startlinie überquerte. Der große Pulk des Startblocks verteilte sich relativ schnell, aber bei 500 Teilnehmern in unserem Block (und bis zu 1000 in den hinteren Blöcken) gab es zunächst kaum größere Lücken, die man nicht schnell schließen und somit die meiste Zeit im Windschatten bleiben konnte. Nach acht Kilometern begann der Anstieg auf die Köhlbrandbrücke, spätestens hier erreichten die Muskeln ihre Betriebstemperatur. Auf das Warmfahren hatte ich vor dem Start verzichtet, in der Nähe des Startblocks gab es einfach keinen Freiraum zum Rollen.

Ein paar Minuten später überholte ich die ersten langsameren Teilnehmer aus Startblock F und kam danach sogar an einem fehlgeleiteten jungen Mann, vermutlich noch ein Schüler, auf seinem normalen Fahrrad vorbei, der sich in den falschen Block gestellt hatte und eine Startnummer der 60-km-Strecke trug. Deren Teilnehmer starteten aber an einer ganz anderen Stelle, nämlich auf der Kennedy-Brücke an der Außenalster und nicht zwischen Hafen-City und Bahnhof. Er wird das Rennen vermutlich nicht beendet haben! Bei uns im Startblock hatten sich zuvor auch zwei Kurzstreckenfahrer aufgehalten, die aber von einer Teilnehmerin auf ihren Fehler aufmerksam gemacht worden waren und vermutlich ihren richtigen Start noch erwischt hatten. Im unten verlinkten Beitrag des Hamburg Journals wurde in der Verpflegungszone unserer Strecke ein weiterer Teilnehmer auf der falschen Strecke interviewt, der aber so wirkte, als nähme er es locker und würde die letzten 50 km auch noch schaffen.

Nach 20 km ging es in die Bergwertung hinein: Knapp 80 Höhenmeter waren auf einer Strecke von 3.5 km von den Teilnehmern zu bezwingen. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als Axel und ich mit voller Kraft und mehreren Ablösungen durch die Steigung gejagt waren, fuhr ich diesmal schnell aber nicht am Anschlag. Ich war nur acht Sekunden langsamer als im Vorjahr, überholte dabei aber zahlreiche andere Teilnehmer und wurde selbst nur selten überholt. Zur Erholung ging es nach einer kurzen Abfahrt in die nächste Steigung über 40 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt der Rennstrecke bei Kilometer 31. Von dort ab führten die Straßen fast 20 Kilometer mit leichten Wellen fast nur bergab. Während der ganzen Zeit blieben die Gruppen relativ groß, der Windschatten konnte gut genutzt werden, und wenn eine Gruppe doch einmal zerfiel, so kam mit Sicherheit gleich wieder eine größere Gruppe von hinten herangefahren saugte viele Leute mit sich mit. Die Temperaturen waren inzwischen sehr angenehm und der Wind störte kaum, den hatte man nur in der ersten Phase im Hafenbereich gemerkt.

Nach zwei Stunden Fahrzeit hatte ich etwa 68 Kilometer zurückgelegt und bereitete mich auf eine kurze Pause an der Verpfelgungsstation bei Kilometer 70 vor. Zu meiner Überraschung bogen nur sehr weniger Teilnehmer, sicher weniger als zehn Prozent, auf den Waldparkplatz ab, auf dem lange Stände mit Kuchen, halbierten Bananen, Iso-Getränken und Wasser aufgebaut waren. Dazu gab es Dixi-Klos und sogar Fahrradmechaniker für kleine Reperaturen oder Schlauchwechsel. Nach dem Auffüllen meiner beiden fast komplett geleerten Trinkflaschen ließ ich am Ausgang kurz eine große Gruppe vorbei und schloß mich dann nach einem kurzen Spurt hinten an. Noch etwa 12 Kilometer führten die Straßen in leichten Wellen weiter durch bewaldetes Gebiet, bevor es dann in einer zwei Kilometer langen Anfahrt quasi auf Meerenhöhe hinunterging.

Die Strecke bog nun auf die Hauptstraße entlang des Elbdeiches ab. Und der Wind kam mit aller Wucht! Sofort zog sich das Teilnehmerfeld extrem in die Länge, man fuhrt fast nur noch hintereinander in einer einzigen langen Kette. Dies ist sehr schön in dem unten verlinkten Video zu sehen. Für die nächsten 15 Kilometer sollte der Wind ordentlich in unsere Gesichter blasen. Noch bei Kilometer 85 dachte ich, noch gar keine Probleme gehabt zu haben und mich immer noch gut zu fühlen. Und dies in dem Bewußtsein, diesen Status schnell verloeren zu können. Leider kam es dann auch so und die Kräfte ließen stark nach. Bei Kilometer 89. Über die nächste Viertelstunde mußte ich mich ziemlich quälen, ein paar mal den Windschatten reißen lassen, mehrere Energieriegel reinschieben, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon gar nicht mehr schmeckten, und viel trinken.

Glücklicherweise regenerierte ich doch einigermaßen, bevor es um Kilometer 100 herum wieder in die Hafenbereiche hineinging. Durch viele Richtungsänderungen konnte man immer mal wieder entspannen, doch das zuvor so sehr in die Länge gezogene Feld zerfiel nun völlig. Es gab nur noch Kleingruppen, die meiste Zeit fuhr ich aber nun alleine. Auf einer breiten Straße entlang der Eisenbahn kamen mir dann die Profis entgegen, die gerade gestartet waren und noch in einem einzigen dichten Pulk fuhren. Auf dem Weg zur Hafen-City beschleunigte ich wieder und mobilisierte die letzten Kräfte für die abschließenden zehn Kilometer. Den Lenker tief gefaßt spurtete ich die kurze Steigung zum Bahnhof hoch und ebenso weiter an der Binnenalster vorbei, die letzte Steigung hoch, den Valentinskamp, und dann durch die teilweise kurvigen und mehrfach verengten Straßenverläufe bis zur Mönckebergstraße. Dort standen entlang der Absperrgitter wieder zahlreiche Zuschauer und feuerten die Teilnehmer an, die nach exakt 120 Kilometern den Zielstrich passierten.

Über Ausrollstrecken ging es noch einen Kilometer bis zum großen Nachversorgungsplatz, an dessen Eingang jedem eine Finisher Medaille um den Hals gehängt wurde. Anschließend gab es Wasser, Iso-Getränke, Energieriegel, Kuchen und Brezeln für alle erschöpften Teilnehmer. Wie gut so eine Salzbrezel tut, wenn man sich zuvor fast vier Stunden lang nur von Bananen und süßen Energieriegeln ernährt hat!

Die Siegerzeit auf der 120-km-Strecke betrug 2:48:17 Stunden, die schnellste Frau benötigte 3:01:07 Stunden. 6234 Männer und 639 Frauen erreichten das Ziel. Die geforderte Mindestgeschwindigkeit betrug 26 km/h.

Die Ergebnisse auf den beiden anderen Strecken lauteten:

  • 180 (174) km: 1322 Männer und 62 Frauen, Siegerzeit 4:13:02 Stunden.
  • 60 (56.7) km: 4652 Männer und 1152 Frauen, Siegerzeit 1:21:42 Stunden.

Meine eigene Zeitmessung zeigte 3:34:50 Stunden für 120.0 km Die offizielle Messung betrug 3:35:57 Stunden und erbrachte Platz 2227 von 6234 sowie in der Alterklasse 2 den Platz 771 von 2112 Teilnehmern. Eine Ortssuche in der Ergebnisliste stellte mich als zweitschnellsten von sechs gestarteten Bovendern dar. In der Bergwertung erreichte ich Platz 1120 (ungenaue Angaben in der offiziellen Liste) in 6:43 Minuten nach 6:35 im vergangenen Jahr. Meine mittlere Herzfrequenz betrug 147 bpm bei einem Maximum von 171 bpm. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 33.5 km/h mit einem Maximum von 56.8 km/h. Die Strecke führte über 579 Höhenmeter.

Fotos und Videos

Die Anschaffung der Fotos lohnte sich nicht, die Voransicht der mich zeigenden Bilder gibt es bei FinisherPix. Mehrere Videos und TV-Beiträge zu dem Rennen konnte ich finden: