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05.03.2017

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Sparkassen Münsterland Giro 2008 (Münster am 3. Oktober 2008, 70 km)

Als es zwei Tage vor dem Rennen stark regnete und stürmte, befürchtete ich schon eine Absage. Doch der Himmel zeigte sich am Morgen des Rennens nur teilweise bewölkt aber windig, die Temperatur lag bei lediglich sieben Grad. Laut Wettervorhersage sollte es wenigstens nicht regnen. Entsprechend war der Weg zum Startbereich und das Warten im Startblock verdammt kalt. Zwei Trikots übereinander (kurz und ein dickes langes), dazu die kurze Hose, denn bei der Fahrt sollte mir warm werden.

Bei Gesprächen vor der Start zeigten zwei benachbarte Fahrer hohen Respekt vor dem "Berg" mit 90 Höhenmetern bei etwa Kilometer 40. Abwarten, die kennen hier ja keine Steigungen. Die vier Startblöcke aus fast 1000 Fahrern (im Ziel gewertet wurden 824 Männer und 132 Frauen, dazu noch an die 2000 Teilnehmer auf den beiden Strecken über 110 und 140 Kilometer) setzten sich pünktlich in Bewegung.

Zunächst war das Warmfahren im schnell auseinanderziehenden Feld wichtig. Dazu bließ schon am Ortsrand von Münster der starke Gegenwind. Die ersten 20 Kilometer wurden damit zu den anstrengensten des ganzen Rennens: Die Gruppenbildung dauerte ewig, immer wieder mußte ich Lücken schließen gegen den Wind. Erst nach mehr als einer halben Stunde war ich in einer 50 Fahrer großen Gruppe mit passender Geschwindigkeit angekommen. Doch immer wieder zeigte sich der Wind, und die Gruppe kam phasenweise nur mit 25 km/h voran.

Im Bereich zwischen Kilometer 30 und 40 war die Gruppe sogar auf 100 Fahrer angewachsen. Vorne wurden immer mehr einzelne aufgesammelt, von hinten fuhren weitere in die Gruppe hinein. Das ermöglichte natürlich mitten im Feld ein kraftsparendes, wenn auch ein hochkonzentriertes Fahren. Denn plötzlich kam es fast zu einer Vollbremsung, als vorne ein schlimmer Unfall passierte. Die junge Frau sah nicht gut aus, als sie an der Seite lag. Überhaupt kam ich vor allem in der ersten Hälfte an mehreren Verletzten vorbei.

Und dann ging es in den "Berg" hinein. Zunächst fuhr ich noch vorsichtig, denn ich kannte die Steigung ja nur vom Hörensagen, auch wenn ich nicht mit Schwierigkeiten rechnete. Die kamen dann von ganz anderer Seite: Aufgrund des Plans der Veranstalter, alle drei Spitzengruppen innerhalb kurzer Zeit durch das Ziel rasen zu lassen, fuhr die ganze Führungsgruppe der 110-Kilometer-Strecke in der unteren Hälfte des Anstiegs an den vielen Teilnehmern der Blöcke C und D der Kurzstrecke vorbei. Links weniger als 2 Meter Platz für die Schnellen, rechts 2-3 Meter für die Langsamen, die bei aller Anstrengung keine Schlenker nach links machen durften. Irgendwie schlängelte ich mich zwischen beiden Strömungen hindurch, bevor im oberen Bereich genug Platz war, um zügig an allen Flachlandfahrern vorbeizukommen.

Als Ergebnis gab es auf der Kuppe natürlich keine Gruppe mehr, die lag ja weitgehend hinter mir. Die flache Abfahrt wurde leider von keinem wirksamen Rückenwind unterstützt. Auf den nächsten 15 Kilometern hangelte ich mich so durch, immer wieder kurz im Windschatten, dann doch viel alleine. Dabei überholten von hinten immer wieder 110-km-Fahrer, an die ich mich wenigstens ab und zu hängen konnte, bevor die Kraft ausging und wieder ein Pause notwendig wurde. Also wechselte die Geschwindigkeit immer zwischen 40 km/h oder mehr im Windschatten bzw. 30 km/h alleine.

Etwa bei Kilometer 60 kam eine große Gruppe aus bald 50 Fahrern an mir vorbei, an die ich mit einigerer Kämpferei Anschluß finden und dann halten konnte. So ging es nach Münster hinab bis zum Ziel, das ich nach selbst gemessenen 75.8 Kilometern in 2:19:53 Stunden auf Platz 512 erreichte, in der Altersklasse Master 1 auf Platz 180. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug also 32.5 km/h. Die Siegerzeit lautete 1:52:57 (40.3 km/h).

Das Rennen endete im Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen, und nach der verdienten Portion Pasta verließ ich die Stadt. Eine erneute Teilnahme im kommenden Jahr ist geplant, dann hoffentlich ohne Wind und mit einer besseren Zeit.

Ein paar Fotos durch die Streckenfotografen (ich brauche mal einen neuen Helm, der sitzt immer schräg...):