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05.03.2017

Bovenden

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Tour d'Energie 2014 - 100 km

Am frühen Morgen vor der achten Teilnahme zeigte die Wettervorhersage ein Gewittergebiet, das ab 13 Uhr über Göttingen ziehen sollte. Nachdem es in der Nacht bereits ein Gewitter und starke Regenschauer gegeben hatte, fuhren Petra und ich mit Sorgen über die nassen Strassen zum Schützenplatz in Göttingen. Trotz eines neuen Rekordes von 3600 Anmeldungen für die beiden Strecken über 46 km und über 100 km sorgte möglicherweise eben diese Wettervorhersage für eine gegenüber dem Vorjahr schrumpfende Teilnehmerzahl zumindest auf der langen Strecke: 1672 Männer und 138 Frauen erreichten das Ziel auf der langen Strecke sowie 990 Männer und 241 Frauen auf der kurzen Strecke gegenüber 1761/139/736/188 im Jahr 2013.

Am Schützenplatz versammelten sich zunächst die Teilnehmer der kurzen Strecke in ihren Startblöcken, da sie bereits um 10:20 Uhr losfuhren, während die Startblöcke der langen Strecke zu diesem Zeitpunkt erst teilweise gefüllt waren. Das größere Teilnehmerfeld der langen Strecke machte sich erst 25 Minuten später auf den Weg. Während ich mich in Block C begab, mußte Petra aus unklaren Gründen von relativ weit hinten aus Block G starten. Für einen Kollegen, der im vergangenen Jahr langsamer als Petra gewesen war, ging es aus Block E los. Im Gespräch mit anderen mir bekannten Teilnehmern merkten diese ebenfalls eine teilweise seltsame Einordnung in die Blöcke an.

Als es endlich losging, waren die Straßen weitestgehend trocken. Auf dem Weg bis zum Rosdorfer Kreisel und damit zum offiziellen Rennbeginn und der individuellen Zeitnahme mußte mein Block an mehreren engen Kurven scharf bremsen und stand sogar einmal. Manche Leute fahren schon in diesem neutralen Bereich mit höherem Tempo. An Rosdorf vorbei zog sich dann ein langer Pulk von Rennradfahrern, angefeuert von zahlreichen Zuschauern am Kreisel an der alten Ziegelei. Nur einen Kilometer danach kamen wir an einer kleinen Gruppe von mindestens fünf gestürzten Teilnehmern vorbei, die ihre Räder sortierten und sich teilweise bereits auf den Rückweg machten. Das ist schon tragisch, wenn ein 100-Kilometer-Rennen schon nach drei Kilometern vorbei ist.

Durch die Fahrt in einer schier endlosen Gruppe blieb das Tempo auf den ersten 12 flachen Kilometern mit 40 km/h relativ hoch, bevor es in die Steigungen in der Gegend um Deiderode hineinging. Zeitweilig konnte ich in den längeren Kurven bis Block B blicken, die Lücke zwischen B und C wurde aber zusehends kleiner und bald verschmolzen die Blöcke miteinander. In den Abfahrten fuhr ich sehr vorsichtig, denn überall gab es nasse Stellen, und ich hatte das Gefühl, von allen anderen Teilnehmern überholt zu werden.

In der Ortausgangskurve in Jühnde standen wieder zahlreiche Zuschauer, ebenso an der Rampe in Meensen, die noch ziemlich trocken war, bevor es auf dem Gipfel plötzlich in eine sehr nasse und steile Abfahrt hineinging. Kurz zuvor hatte es hier stark geregnet, als Block A in Richtung Hann Münden hinunterfuhr. Da ich diesen Streckenabschnitt wegen der steilen und engen Abfahrt sowie schon nicht mag, fuhr ich nun besonders vorsichtig: Die Auswertung des Fahrrad-Computers zeigte eine Maximalgeschwindigkeit von kaum über 40 km/h, während ich in den Jahren zuvor dort knapp 60 km/h fuhr und sich die an mir vorbeirauschenden Teilnehmer deutlich schneller hinunterstürzten. Ein Wunder, dass es in den Abfahrten bis Hann Münden keine Unfälle gab.

Kurz vor Hann Münden ging es dann in den Regen hinein, der entlang der Weser anhielt. Im Ort hatte ich die Gruppe vollständig verloren und fuhr gemeinsam mit einem anderen Fahrer die nächsten Kilometer, bis nach einiger Zeit wieder von hinten eine größere Gruppe aufschloß. Nun mußte man aufpassen, nicht direkt hinter einem anderen Rad zu fahren, denn von dort gab es spritzende Regentropfen direkt ins Gesicht hinein. Durch die Windschattenfahrt betrug die Geschwindigkeit wieder 40 km/h. In Hemeln ließ der Regen nach, im Aufstieg in den Bramwald war die Straße zwar noch feucht, aber bei dem geringen Tempo war dies kein Problem. Im Bereich des Sägewerks stand ein Fahrer auf der Straße und wurde von einem zweiten gestützt. Gestürzt war er nicht, als Petra hier später vorbeifuhr, lag er im Krankenwagen.

Die Verpflegungsstation oben im Bramwald lag vollständig in den Wolken. Nachdem ich meine Trinkflasche wieder gefüllt hatte und weiterfahren wollte, war die Rennradbrille vollständig beschlagen. Ich mußte sie weit nach vorne auf die Nase schieben, um für Belüftung zu sorgen. Nach einem Kilometer in der Abfahrt hatte ich wieder klare Sicht. Und die Straßen waren auf dieser Seite des Höhenzuges glücklicherweise trocken, die Regenwolken hatten wir hinter uns gelassen.

In einer größeren Gruppe ging es durch Löwenhagen bis zur Barteroder Suppenfabrik und dann Richtung Dransfeld. So schnell war ich an dieser Stelle wohl noch nie, die Gruppe zog mit 25-30 km/h die leichte Steigung über 5 Kilometer nach Dransfeld hoch. Im Bereich des Camping-Platzes und vor allem an der steilen Rampe standen wie in jedem Jahr zahlreiche Zuschauer. Hier begann der letzte große Anstieg des Rennens, diesmal erneut mit Bergzeitwertung, und damit das große Aussieben. Nachdem ich in den letzten beiden Monaten schon drei Mal den Hohen Hagen bezwungen hatte, lief es jetzt im Rennen auch sehr gut. Problemlos erreichte ich die Verpflegungsstation, fuhr dabei fast eine Minute schneller als im vergangenen Jahr und lag erstmals unter 10 Minuten. Das hatte ich wohl auch im Training noch nie geschafft.

Die teilweise noch nicht ganz abgetrocknete Abfahrt fuhr ich einigermaßen vorsichtig hinunter. An der scharfen Abzweigung auf die Straße Richtung Jühnde kam von hinten eine kleinere Gruppe heran, nämlich ein Teil der Gruppe, in der ich schon auf Dransfeld zu gefahren war und die ich im Anstieg hinter mir gelassen hatte. Nun aber verpaßte ich den Anschluß in der Abfahrt nach Jühnde knapp und machte mich dann alleine auf die lange Gefällestrecke von Jühnde in Richtung Autobahn. Hier konnte ich es das neue Rennrad richtig rollen lassen und im Bereich von 45-50 km/h die gesamte Abfahrt bewältigen. Im unteren Bereich schloß glücklicherweise eine Gruppe mit etwa 20 Fahrern auf, so dass ich auf dem flacheren Stück ab Mariengarten im Windschatten fahren konnte. Auf der kurzen Abfahrt von Volkerode nach Sieboldshausen erreichte ich mit 59 km/h meine Höchstgeschwindigkeit während des Rennens. Die ganze restliche Strecke über Rosdorf bis ins Ziel ging es mit einem Schnitt von ungefähr 40 km/h. Und so traf ich unter dem Applaus von vielen Zuschauern auf der Zielgeraden ein.

Ins Ziel kamen 1672 Männer und 138 Frauen über 100 km sowie 990 Männer und 241 Frauen über 46 km. Die Zeit des Siegers betrug 2:27:18 Stunden und war damit um sechs Minuten schneller als im Vorjahr. Während der Siegerehrung erfuhren wir von der Teilung der Spitzengruppe in der nassen Abfahrt hinter Meensen. Sie fuhr dann in dieser Zusammenstellung bis ins Ziel durch. Der ersten 15 Teilnehmer lagen um 2:27:20 Stunden, darunter waren drei Mannschaften mit jeweils 3-4 Fahrern, die zweite Gruppe aus 15 Fahrern kam 30 Sekunden später an. Und dann dauerte es drei Minuten bis zur nächsten großen Gruppe aus 32 Leuten und daraufhin noch einmal vier Minuten, bis die übrigen Teilnehmer in Gruppen oder einzeln das Ziel erreichten.

Ich selbst belegte in der Gesamtwertung mit 3:07:55 Stunden den Platz 1029 von 1672, in der Altersklasse Männer Master 2 den Platz 390 von 614. Die Steigerung gegenüber dem vergangenen Jahr betrug etwa sechs Minuten, und das trotz des Wetters und Dank des neuen Rennrads, die Platzierung verbesserte sich um etwa 100 Plätze, allerdings erreichten auch 99 Teilnehmer weniger das Ziel. In der Bergwertung lag ich mit 9:43.230 Minuten auf Platz 659 von 1673. Damit fuhr ich um 52 Sekunden schneller als im vergangenen Jahr. Die Siegerzeit betrug 6:00 Minuten!
Die mittlere Herzfrequenz betrug 151 bpm bei einem Maximum von 170 bpm,
die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 31.8 km/h mit einem Maximum von 59.1 km/h.

Mein Fazit für meine achte Teilnahme am Göttinger Jedermannrennen: Dank des neuen Rennrades fuhr ich trotz der Witterungsbedingungen schneller als je zuvor auf den langen Strecken, und zwar gewertet über drei Teilnahmen am 82-km-Rennen und jetzt drei Teilnahmen am 100-km-Rennen.

Petra fuhr mit 3:35:36 Stunden auf Platz 91 von 138 Frauen bei einer Siegerinnenzeit von 2:39:17. In der Bergwertung belegte sie mit 12:18 Minuten Platz 80 von 138. Die schnellste Frau benötigte 7:44 Minuten.

Fotos und Videos

Professionelle Fotos erwarb ich diesmal nicht von den Streckenfotografen, da uns nur wenige Bilder voll und groß zeigten, und außerdem in jedem Jahr sehr ähnliche Bilder entstehen.

Es gibt mehrere Videos der Tour, einige wenige davon zeigen sogar fast die komplette Strecke. Allerdings entdeckte auf keinem davon Petra oder mich.