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05.03.2017

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Sparkassen Münsterland Giro 2009 - 77.1 km

Nach dem vergangenen Jahr sollte bereits meine zweite Teilnahme am Rennen in Münster erfolgen. Im Sommer hatte ich Petra überredet, sich anzumelden. Kurz vor dem Rennen fragte sie sich allerdings, wie sie auf die verrückte Idee gekommen wäre. Die Angst vor einem Sturz in einer Gruppe kam dazu, und der Renntermin lag ja nur elf Tage vor ihrer Facharztprüfung, deren Termin erst vor einigen Wochen feststand. Außerdem fehlten Petra die Trainingskilometer für Strecken über 50 Kilometer, obwohl sie den ganzen Sommer über mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr, aber eben nur selten mehr als 20 Kilometer am Stück.

Wenige Tage vor dem Rennen am 3. Oktober kamen die Sorgen um die Wettervorhersage dazu. Es sollte kalt und sehr windig werden, im Schnitt 25 km/h und Böen bis 50 km/h, und regnen sollte es zusätzlich und hatte es auch in den Tagen vor dem entscheidenden Samstag. Glücklicherweise fiel kein Tropfen vom Himmel, manchmal kam sogar die Sonne durch.

Der Start der "kurzen" Strecke erfolgte um 11:05 Uhr. Da die einzelnen Blöcke im Minutenabstand auf die Strecke gingen, war es bei mir um 11:08 Uhr soweit. Ich stand relativ weit vorne in Startblock D und Petra stellte sich in Block E an. Bei mehr als 1400 gemeldeten Teilnehmern ging es bis Block F. Nach dem Start bewegte sich das Feld mit hoher Geschwindigkeit bis über 45 km/h aus Münster heraus, denn zu Beginn gab es ja ordentlich Rückenwind.

Ganz am Anfang lag ich zeitweilig in der dritten Reihe des Blocks und ließ mich dann absichtlich etwas zurückfallen, um nicht die Tempoarbeit für den ganzen Block machen zu müssen. Irgendwo im Bereich um Kilometer 7 zog ich dann aber doch mal an, weil sich vor uns eine größere Gruppe aus Block C zeigte. Während dieser Phase kam der Wind stark von der Seite und das Feld zog sich extrem in die Länge. Die Fahrer bewegten sich in einer langen Kette vorwärts. In der Folgezeit kam ich in eine gut laufende Gruppe, die mit hoher Geschwindigkeit fuhr. Es war die schönste Zeit des Rennens, und nach exakt einer Stunde hatte ich schon mehr als 37 Kilometer zurückgelegt.

Inzwischen hatte sich die Fahrtrichtung aber gedreht, so dass der Wind von schräg vorne kam. Der Gegenwind sollte bis zum Ziel anhalten. Bedauerlichweise musste ich von nun an in meiner Gruppe hart kämpfen, um den Anschluß zu halten. Irgendwie war der Schnitt um 1 km/h zu schnell für mich. Irgendwann erwischte es mich dann etwa bei Kilometer 53: Nach einer scharfen Kurve und ebenso scharfem Gegenwind verlor ich den Anschluß. Der Abstand zur Gruppe stieg relativ schnell an. Ein vergeblicher Versuch, den Anschluß wiederherzustellen, ist bei Kilometer 55 zu sehen. Mit hohem Kraftaufwand saugte ich mich wieder an die Gruppe heran, doch dann fehlte natürlich die Kraft, um das Tempo der Gruppe für mehr als einen Kilometer mitzugehen.

Nach einigen frustierenden Minuten überholte mich eine kleine Gruppe, an die ich mich dann für den Rest des Rennens hängen konnte. Kraft zur Führungsarbeit hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, zuviel Energie war in die vergeblichen Anschlußversuche geflossen. So ging es dann nach Münster hinein und schließlich über den Zielstrich. Die Zeit betrug 2:18:37 Stunden bei einem Durchschnitt von 33.4 km/h. Zuerst war ich enttäuscht, bei dem Gegenwind solche Probleme bekommen und den angestrebten Schnitt von 35 km/h deutlich verpaßt zu haben. Als abends die Ergebnislisten veröffentlicht wurden, legte sich die Enttäuschung aber schnell: Mit Platz 556 von 1106 männlichen Teilnehmern und Platz 163 von 318 in meiner Altersklasse traf ich ziemlich genau die Mitte der Platzierungen, bin also durchaus nicht unzufrieden. Die schnellste Zeit lag wohlgemerkt unter 1:59 Stunden!


Bilder vom Sportograf

Nach einiger Wartezeit traf dann auch Petra im Ziel ein mit einer Zeit von 2:41:46 ins Ziel, 28.6 km/h, und nach Wadenkrämpfen in beiden Beinen auf den letzten 15 Kilometern. Sie belegte Platz 114 von 143 Frauen und sagte nur "Nie wieder!". Durch den Gegenwind gab es für Petra in der zweiten Rennhälfte fast keine Gruppen mehr, nur einzelne andere Fahrer, an die sie sich jeweils für einige Zeit hängen konnte. Ob es beim ersten und letzten Rennen bleibt, wage ich jetzt schon zu bezweifeln. Immerhin plant Fabian die Teilnahme an der Tour d'Energie in Göttingen im kommenden April. Und da möchte Petra doch sicher noch einmal schneller fahren als unser ältester Sohn und ihn in die Schranken weisen.


Bild vom Sportograf

Erfreulich waren die Zuschauermengen an der Rennstrecke. Überall gab es Anfeuerungsrufe, in mehreren Ortschaften wurden sogar kleine Volksfeste gefeiert. Die Organisation klappte vorzüglich, sowohl das Abholen der Startunterlagen als auch die Abgabe des Transponders nach dem Rennen, der Transport von Sportbeuteln vom Start zum Ziel und die Bereitstellung von Duschen im Hallenbad nur wenige hundert Meter vom Ziel entfernt.

Ziemlich erschöpft und durch die Kälte vertrieben verließen wir Münster ziemlich schnell wieder. Eigentlich hatten wir vorgehabt, den Zieleinlauf der Profis abzuwarten, doch der heiße Tee und Kaffee bei meinem Schwiegereltern waren dann doch verlockender.