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07.05.2019

Bovenden

Impressum

Tour d'Energie 2019 - 100 km

Soviele Kilometer wie in diesem Jahr hatte ich vor der Tour d'Energie noch nie in den Beinen: 2950 sportliche Kilometer bis kurz vor dem Rennen am 28.April! Das ist übrigens der gleiche Eingangssatz wie in den beiden letzten Jahr, aber diesmal mit zusätzlichen 410 km gegenüber 2018 und 890 km gegenüber 2017. Am Samstagnachmittag und vor allem in der zweiten Nachthälfte hatte es viel geregnet und die Wettervorhersage am frühen Sonntagmorgen deutete auch stark auf Regen während des Rennens hin. Doch dieser blieb glücklicherweise aus, zeitweilig kam sogar die Sonne durch und ließ es einigermaßen warm werden. Dennoch rollten Petra und ich bei nur 8°C zum Startbereich auf dem Schützenplatz und waren entsprechend warm gekleidet, Petra mit Dreiviertelhose und Jacke, ich mit kurzer Hose (und mit kurzer Laufhose darunter) sowie Armlingen und mehreren Schichten inklusive Windjacke am Oberkörper, dazu Stirnband und Halstuch. Durchaus viele Teilnehmer traten in komplett langer Kleidung an und teilweise auch mit langen Handschuhen.

Während Petra sich in Startblock E der kurzen Strecke aufstellte, nach später Anmeldung und mehreren Jahren Rennpause, fuhr ich mich zusammen mit einem Bovender Bekannten und Teammitglied ein wenig ein, traf mich dann noch kurz mit unserem dritten Teammitglied. Leider hatten wir trotz weiterer Interessenäußerungen kein viertes Mitglied gewinnen können, um damit in der offiziellen Ergebnisliste als Team zu erscheinen. Irgendwo mitten in Block C von insgesamt sechs Blöcken wartete ich auf den Start für die lange Strecke. Bei Anmeldeschluß wenige Tage vor dem Rennen enthielten die Startliste 1889 Teilnehmer und 153 Teilnehmerinnen für die lange Strecke und 1285 sowie 332 für die kurze Strecke.

Die 2.7 km bis zum offiziellen Start der Zeitnahme kurz hinter dem Rosdorfer Kreisel legte ich in dem großen Pulk von fast 350 Leuten in meinem Startblock in ziemlich genau fünf Minuten zurück (Schnitt 32.1 km/h). Wie auch in den vergangenen Jahren standen vor allem in den Straßen vor dem Kreisel und am Kreisel selbst viele Zuschauer. Und dann begann das Rennen! Vorbei ging es zunächst an den vielen Zuschauern am Ziegelei Kreisel vor Rosdorf auf die Umgehungsstraße. Meine Geschwindigkeit auf den ersten knapp zehn Kilometern bewegte sich zumeist in den oberen 30ern. Noch konnte man kaum von Gruppenbildung reden, es handelte sich um ein lang gestrecktes Teilnehmerfeld, das in Obernjesa ziemlich aufpassen mußte, weil kurz hintereinander zwei Autos am Straßenrand standen.

Nun begannen hinter Klein Schneen die ersten Steigungen, in denen sich langsam Lücken entstanden und Gruppen bildeten. Plötzlich rief ein früherer Mitschüler "Hallo", als ich an ihm vorbei fuhr. Ich sollte ihm noch ein paar Mal begegnen während des Rennens und hinterher. Nach der Zwischenabfahrt nach Barlissen hing ich auf einmal fast 50 Meter hinter einer Gruppe, kämpfte mich dann im nächsten Anstieg wieder an die Gruppe heran und konnte somit weiter im Windschatten an Jühnde vorbei bis nach Meensen rollen.

Am Ortseingang von Meensen kramte ich zunächst einen Riegel heraus und ließ mich etwas zurückfallen, um gleich nach der scharfen Kurve und in der steilen Rampe nicht mitten im Pulk fahren zu müssen. So konnte ich relativ schnell ohne großes Gewusel um mich herum wieder heran- und vorbeifahren und am höchsten Punkt den Rest des Riegels verzehren. Schon rollten die ersten Teilnehmer an mir vorbei, die sich waghalsig in die steile Abfahrt stürzten. Wegen der noch nicht abgetrockneten Straße im Wald fuhr ich teilweise vorsichtig und bremste rechtzeitig weit vor den Kurven. Für meine Fahrweise positiv zeigte sich das an dieser Stelle doch dünne Feld. Vor ein paar Jahren war ich mal im Nieselregen und in einem dichten Feld hinuntergefahren, was mir überhaupt nicht gefallen hatte. Als Höchstgeschwindigkeit im unteren und geraderen Bereich der Abfahrt erreichte ich dann 55 km/h. Doch am Ende der Abfahrt an der ersten Kreuzung von Wiershausen warnten winkende und rufende Frauen die noch sehr schnellen Rennradfahrer vor einem Sturz: Mitten auf der Straße lag ein Mann gekrümmt und sich an die Schulter fassend, rechts lag sein Rennrad und links war gerade Mal ein Meter frei zur Durchfahrt zwischen dem ersten eintreffenden Feuerwehrmann und dem Straßenrand. Der Gestürzte muß mich gerade noch in der Abfahrt überholt haben.

Über die kurze Gegensteigung hinweg ging es sogleich in die nächste Abfahrt nach Hann Münden und im Ort dann weiter hinunter bis zur Hauptstraße an der Werra. Nach vorne hin ließ ich eine Gruppe ziehen, die schon zu weit vor wir fuhren, sah dann aber von hinten eine Reihe an Teilnehmern heranrollen, denen ich mich anschließen konnte. So entstand innerhalb kurzer Zeit eine Gruppe von sicherlich 30 Leuten. Am Ortsausgang von Gimte rief dann jemand vor mir laut auf und bremste voll. Irgendjemand wird trotz der Warnschilder vor einer Fahrbahnverengung nicht aufgepaßt haben. Auch ich mußte scharf bremsen, obwohl ich wegen des Schildes schon rausgenommen hatte, und der Fahrer hinter mir meinte anschließend, wenn er nicht beide Hände an den Bremsen gehabt hätte, wäre er mir hinten rein gefahren. Und das bei einer Geschwindigkeit von um die 35 km/h.

Nach der nächsten kurzen Rampe, in die ich am Ende der Gruppe hineingefahren und relativ weit vorne oben angekommen war, ging es mit hoher Geschwindigkeit in einem weiter angewachsenen Pulk hinab. Plötzlich tauchten am rechten Straßenrand an einer Stelle erst ein Rettungswagen und 200 Meter später noch einmal zwei Rettungswagen auf. Die ganze Gruppe bremste und fuhr auf die linke Spur hinüber. Beim Vorbeifahren sah ich mehrere Mitglieder des Teams Strassacker, das schon mehrfach den Sieger bei der Tour d'Energie gestellt hatte, hinter der Leitplanke stehen. Zwei Verletzte lagen auf dem Boden. Wie Team Strassacker auf ihrer Website berichtete, Link siehe unten, war dort wegen einer Erdrutschsicherung die Fahrbahn etwas verengt, zwei Teammitglieder flogen über die Leitplanke und erlitten jeweils einen Schlüsselbeinbruch. Auch ein dritter aus dem Team verletzte sich, fuhr noch ins Ziel aber verbrachte dann auch eine Nacht im Krankenhaus. Im Anstieg zum Bramwald verletzte sich noch ein Mitglied durch einen Sturz. Wie ich später von einem Kollegen erfuhr, geschah der Unfall an der Weser in der noch sehr großen Spitzengruppe. Sowohl er als auch der Sohn unseres Geschäftsführer mußten dabei scharf bremsen, nach links ausweichen bis zum Stillstand.

Weiter rollten die nunmehr sicherlich 50 Leute bis Hemeln, wo am Ortseingang wie auch in den letzten Jahren ein Kollege mit seinen Kindern stand. Die Zuschauergruppe an dieser Stelle wird jedes Jahr größer und feuert mit Grillgut und Bier die vorbeirasende Meute an. Diesmal hatten sie ein großes Firmenlogo mit Grüßen an die drei auf der langen Strecke fahrenden Kollegen auf die Sraße gemalt. Vielen Dank dafür, auch wenn ich das Bild erst am Folgetag auf einem Foto gesehen habe (siehe unten). Ebenfalls viele Zuschauer gab es an der Abzweigung nach rechts in Richtung Bramwald. Und dann begann die langgezogene Steigung, die ich relativ locker bewältigte und dabei meine persönliche Bestzeit für diese Steigung aufstellte. Im unteren Bereich fuhr ich erneut an meinem früheren Mitschüler vorbei, der sich wohl in der gleichen großen Gruppe wie ich an der Weser entlang bewegt hatte. Oben angekommen gab es aber erst eine kurze Pause an der Verpflegungsstation: Ich ließ meine inzwischen fast leere erste Flasche nachfüllen und schob mir noch eine halbe Banane in den Mund. Im Nachhinein hätte ich gar kein zusätzliches Wasser benötigt, denn die Temperaturen waren ja nicht so hoch, erreichten später, sobald sich mal Wolkenlücken auftaten, vielleicht 15 Grad, und bis zum Ziel hatte ich weniger als zwei Flaschen getrunken.
Firmenlogo und Grüße
Das Firmenlogo mit den Grüßen an die drei teilnehmenden Kollegen am Ortseingang von Hemeln.

In der folgenden Abfahrt nach Ellershausen kann man schnell regenerieren. Leider fuhr ich alleine auf die Strecke nach Löwenhagen, die nächste Gruppe befand sich sicherlich 150 Meter vor mir. Irgendwie änderte sich auf der ganzen Strecke über Imbsen und Güntersen nicht viel an dem Abstand: Ich fuhr mit aller Kraft, kam dabei aber nicht näher an die Gruppe an. Und von hinten rauschte auch niemand an mir vorbei. Erst im kurzen Anstieg zwischen Güntersen und der Abzweigung in Richtung Dransfeld konnte ich auf ein paar Leute aufschließen, die wohl aus der größeren Gruppe hinausgefallen waren. Nur blieb der endlich erreichte Windschatten von kurzer Dauer, denn als ich die Führung der Gruppe übernahm, folgte mir nur ein einziger daraus, wie ich später feststellen mußte, als der mich später dann ablöste. Auf den geraden Strecken vor Dransfeld konnten wir die größere Gruppe noch immer sehen, jetzt aber wohl schon 300 Meter vor uns. Und auch hier wieder stand ein Sturzopfer am Straßenrand, aber es war wohl nicht viel passiert.

So ging es schließlich in die erste Rampe am Dransfelder Schwimmbad und in den Anstieg zum Hohen Hagen hinein, der wieder einmal von vielen Zuschauern gesäumt war. Ich kämpfte mich ziemlich am Anschlag die Steigung hoch und blieb mit 10:37 Minuten doch unter meiner angepeilten 10-Minuten-Zeit. Die vielen kurz zuvor alleine zurückgelegten Kilometer zollten Tribut. In der vorletzten Rechtskurve der Abfahrt vom Hohen Hagen kurz vor Ende des Waldes war ein Teilnehmer wohl geradeaus gefahren und einen Abhang auf das darunter liegende Feld hinuntergestürzt. Drei Sanitäter oder Feuerwehrleute kümmerten sich bereits um ihn. In der weiteren Abfahrt nach Jühnde ließ ich es bei spürbarem Gegenwind rollen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h am Ortseingang. Dort kamen mehrere Leute von hinten, denen ich mich dann anschließen konnte. Allerdings fuhren sie doch ganz leicht zu schnell für mich, und als mich in einer Kurve zwei oder drei andere überholten und ich kurz rausnehmen mußte, lagen auf einmal 10 Meter zwischen mir und dem letzten der knapp zehnköpfigen Gruppe. Trotz aller Kraft in der Abfahrt mit bis zu 55 km/h wurde der Abstand immer größer und betrug an der Abzweigung Autobahnbrücke in Richtung Norden mehr als 100 Meter.

Bis Volkerode fuhr ich alleine, überholte ein paar einzelne Teilnehmer und kramte noch einmal einen Riegel heraus, den ich allerdings kaum mehr essen konnte. Im Anstieg des Ortseingangs kam endlich wieder eine Gruppe an mir vorbei, der ich mich dann in der folgenden Abfahrt anschließen und mal wieder mit voller Kraft tretend auch den Anschluß halten konnte. Nach dem Kreisel vor Niedernjesa hieß es noch einmal hart zu kämpfen, denn die Gruppen ziehen sich bei solchen scharfen Kurven ja sehr weit auseinander. Ich schaffte es aber, bis zum Ziel am Ende der Gruppe zu bleiben, die vorbei an Rosdorf und dann nach Göttingen hinein immer so um die 40 km/h fuhr. Vorbei an den beidseitig dicht besetzten Absperrgittern erfolgte schließlich die Zieldurchfahrt.

Kaum hatte ich mich in einer Ecke zum Erholen hingesetzt, kam auch Petra schon an, die nach ihrer Zieldurchfahrt und der Pastaparty wegen des ganz guten Wetters noch auf mich gewartet hatte. Und ein paar Minuten später traf mein ehemaliger Mitschüler ein, der sich später erneut zu uns setzte, als ich meine Pasta verzehrte. Schließlich rollten Petra und ich locker nach Hause. Kurz darauf ging in Bovenden ein Hagelschauer gefolgt von einem zwanzigminütigen Regenschauer nieder.

Zwischen Barlissen und Jühnde.
Kurz vor dem Gipfel des Hohen Hagen
Kurz vor dem Gipfel des Hohen Hagens.

In der Abfahrt vom Hohen Hagen.

Zieldurchfahrt

Die Ergebnisliste bezifferte meine Fahrzeit mit 3:14:45 Stunden und Platz 1055 von 1627, einem Schnitt von 30.80 km/h und Platz 276 von 498 in der Alterklasse Master 3. In der Bergwertung belegte ich 10:31.0 Minuten den Platz 862. Mein Durchschnittspuls betrug 150 bpm bei einem Maximum von 169 bpm. Der Gesamtaufstieg betrug meinem Garmin zufolge 1152 Höhenmeter bei 101.9 km Streckenlänge inklusive der neutralen Phase vor dem offiziellen Start. Eigentlich wollte ich an meine bisherige Bestzeit von 3:07 Stunden aus dem Jahr 2014 heranfahren und vielleicht sogar die drei Stunden erreichen. Eine kleine Analyse der Durchganszeiten in Hann Münden, Hemeln, Bramwald, Dransfeld, Hoher Hagen und Ziel zeigt, dass ich gegenüber 2014 bis Hann Münden drei Minuten länger benötigt hatte (1:13 Stunden statt 1:10), dann bis Hemeln gleich schnell war, den Bramwald eine halbe Minute schneller bewältigt hatte, dann aber bis Dransfeld zwei Minuten und im Anstieg zum Hohen Hagen eine knappe weitere Minute verloren hatte. Brauchte ich 2014 und 2018 jeweils 38 Minuten vom Gipfel bis ins Ziel, so waren es in diesem Jahr 40 Minuten. So betrug der Unterschied letztendlich fast genau sieben Minuten.

Der Sieger auf der langen Strecke benötigte 2:24:38 Stunden und kam laut Göttinger Tageblatt in der Spitzengruppe aus 15 Männern an. In der Bergwertung blieben erstnals neun Fahrer unter sechs Minuten, der Schnellste beötigte 5:44.2 Minuten. Insgesamt erreichten 1627 Männer und 130 Frauen das Ziel.

Auf der kurzen Strecke belegte Petra mit 1:41:38 Stunden den Platz 152 von 291 Frauen mit einem Schnitt von 26.56 km/h sowie 12:19.9 Minuten in der Bergwertung auf Platz 128. Das Ziel erreichten 1139 Männer und 291 Frauen.

Fotos und Videos

Es gibt mehrere Videos der Tour: (oder auch nicht, muß ich noch suchen...)